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Als der Handel zwischen dem Orient und Europa wuchs, kamen auch viele neue Aromastoffe nach Europa. Zu Handelszentren wurden Venedig und Grasse (Frankreich). Das Parfüm wurde unentbehrlich, als zu der Zeit um Ludwig XV (18. Jh.) körperliche Reinigung verpönt war und unangenehmer Körpergeruch übertüncht werden musste. Da ein schlechter Körpergeruch als Ursache von Krankheiten galt, wurde Parfüm außerdem zu einem „Heilmittel“. Man glaubte sogar an seine Wirkung gegen Infektionskrankheiten wie Pest, Pocken, Cholera und Typhus. Am wirksamsten wurden besonders stark riechende Substanzen eingeschätzt.
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Mit der Aufklärung wurde Parfüm wieder mehr zu einem Statussymbol. Außerdem wurden die schweren Düfte nun von frischeren Parfüms abgelöst. Vorreiter hierbei war Kölnisch Wasser, dass 1792 erfunden wurde und den Namen 4711 von der Hausnummer seines Schöpfers und noch heute trägt.
Durch die Industrialisierung am Ende des 19. Jh. Waren plötzlich Massenproduktionen und vollsynthetische Herstellung von Aromen möglich. So wurden Parfüms erschwinglicher. Ab 1910 interessierten sich nun auch außer den Parfümeuren auch die Couturiers für die Herstellung von Düften. Außerdem wurde die Duftwelt durch den neuen synthetischen Stoff Vanillin belebt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich die Branche nur langsam von dessen Folgen erholen. Die Zusammenarbeit mir Couturiers und die Erstellung von Marketingkonzepten wurde nun notwendig. So wurde seit den 70er Jahren immer mehr am Markenimage gearbeitet, Verpackung und Werbung nahmen an Bedeutung zu. Trends wechselten sich ab und Duft war nun immer mehr „von der Stange“ erhältlich.
Nach unseren heutigen hygienischen Werten steht Körpergeruch für Schwäche, Krankheit, Angst oder Sexualität und ist deshalb fast gänzlich unerwünscht. Man versucht durch Geruchsneutralisation diese riechende Identität abstreifen und sich stattdessen in einen gutriechenden Mantel aus Parfüm hüllen.
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